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Polio Landesverband Schleswig-Holstein

Oktober 2012: Post Polio Syndrom – Mein langer Weg zur Selbsthilfegruppe

Meine Polioerkrankung (Kinderlähmung) bekam ich im Alter von 3 Jahren. Ich war komplett gelähmt und musste 1 ½ Jahre in der Klinik bleiben; davon war ich allein 1 Jahr in der  „Eisernen Lunge“. Hiernach kamen wie durch ein Wunder alle meine Vitalfunktionen zurück!

Danach sagte man damals, dass ich nun als komplett geheilt entlassen werden konnte.

Die anschließenden Jahre hatte ich eine normale Kindheit und konnte selbst dem Leistungssport, wie dem Schwimmen nachgehen. Mein Berufsleben und mein Privatleben waren danach 40 Jahre ohne körperliche Beschwerden.

Nach und nach bekam ich ab dem 43. Lebensjahr immer mehr Rückenschmerzen im Beckenbereich. Mein Besuch bei vielen Fachärzten war immer sehr ernüchternd. Keiner konnte mir sagen, an was ich erkrankt war und wie mir geholfen werden konnte. Meine Schmerzen nahmen von Jahr zu Jahr mehr zu. Letztere erstreckten sich nun auch schon auf Arme und Beine.
Meine Beschwerden haben mich dann 2006 gezwungen meinen Beruf aufzugeben.

Durch einen Zeitungsbericht in unserem lokalen Wochenblatt wurde ich auf die Post Polio Syndrom Selbsthilfe für Menschen mit Kinderlähmungsfolgen aufmerksam, welche dort ein Krankheitsbild der PPS beschrieb, die meinen Beschwerden zu 100% gleich kam.

Dies führte dazu, dass ich im Herbst 2009 Kontakt zu dieser Selbsthilfegruppe aufnahm!

Durch die monatlichen Treffen der Selbsthilfegruppe wurde ich von Mal zu Mal immer besser über das Krankheitsbild der PPS (Post Polio Syndrom) informiert. Letztlich führte es dazu, dass ich durch die Selbsthilfegruppe an meinen jetzigen behandelnden Neurologen Dr. G. Winkler geraten war. Hier fühlte ich mich jetzt endlich richtig behandelt.

Unsere Selbsthilfegruppe veranstaltet Treffen mit entspr. Fachärzten und spezifizierten Krankengymnasten und gibt immer wieder gute Informationen zum Krankheitsbild der PPS.
Für mich ist die Selbsthilfegruppe mittlerweile Bestandteil meines Lebens. Hier habe Gleichgesinnte als auch Freunde gefunden, bei denen ich mich sehr gut aufgehoben fühle. Es gibt immer interessante Gesprächsthemen, wobei mir jedes Treffen in der Gruppe wieder positive Energie für meinen Alltag gibt.

Leider kann man das Post Polio Syndrom nicht heilen, aber seit dem ich weiß, an was ich leide, kann ich besser damit umgehen bzw. leben.

Christiane Eims

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