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Polio Landesverband Schleswig-Holstein

28. bis 30. Mai 2013: Sprecherseminar des BV Polio e.V. für die Regionalgruppen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg- Vorpommern, Brandenburg und Berlin im Landhaus Elbufer in Gülstorf

Zum vierten Mal haben sich 17 Gruppensprecher und Landesverbandssprecher in Gülstorf  zu einem Seminar getroffen.
Die Begrüßung war in diesem Jahr etwas anders. Wir begannen mit einer Wortschatzübung. Alle Beteiligten mussten zuvor Eigenschaftswörter nennen, die dann der Reihe nach in die Begrüßungsrede eingefügt wurden. Dabei kam folgender recht schräger Text heraus:

Bunte Freude der hellen Poliogruppen  heute hier im netten Gülstorf. Wir fröhlichen Gruppensprecher aus den schönen Bundesländern treffen uns in diesem molligen Jahr schon zum flotten Mal. Wir wollen zusammen in diesen drei erwartungsvollen Tagen tüchtig arbeiten. Trotz der vielen pfiffigen Arbeit sollen die mobilen Pausen zum schicken Gedankenaustausch zwischendurch nicht zu kämpferisch kommen. Wir hoffen Ihr habt alle ein aufmüpfiges Zimmer und werdet auch darin müde schlafen.

Für das letzte träge Seminar im Jahr 2012 möchten wir unserm faulen Heinz Danke sagen und auch unserem siegessicheren Jens ein schlappes Danke. 

Gülstorf 1_Die Tagung beginnt

Die Tagung beginnt

Der herrliche  Rainer und die frische Eva hoffen, Ihr habt auch in diesem düsteren Jahr viel aktiven Spaß bei unserem blöden Seminar. 

Wir wollen uns über die kluge Pflege unterhalten und hellwache Wege zur freundlichen Bewältigung aufzeigen. Schauen, ob wir etwas Geschicktes zum Thema Öffentlichkeitsarbeit zusammentragen können.  Der zufriedene Poliotag im glücklichen Berlin steht auch auf unserer frechen Tagesordnung.

Ob wir uns dann im leisen Jahr 2014 wieder hier im sauberen Gülstorf treffen, werden wir bei unseren kessen Diskussionen herausfinden.
Nun lasst uns beginnen und der liebenswürdige Rainer und die ungezogene Eva wünschen Euch süßen Polios drei teure Tage.   

Nach dieser kurzen Begrüßung der etwas anderen Art haben wir aber ernsthaft gearbeitet.
 

Zunächst berichten die Gruppensprecher aus den Bundesländern Berlin, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern, welche Aktivitäten es im letzten Jahr gegeben hat und was in diesem Jahr auf dem Plan steht.
 
Aber auch die Probleme, welche in den Gruppen entstehen, sind zur Sprache gekommen. So wird immer wieder berichtet, welche Mühe die Betroffenen haben zu den Treffen zu kommen, da die Anfahrtswege so weit sind. Das zunehmende Alter in den Gruppen zeigt sich ganz deutlich. Viele können aus Gesundheitsgründen nicht mehr dabei sein. Hier wird berichtet, dass Telefonate und Besuche in der Klinik oder zu Hause stattfinden. Aber trotzdem finden die Treffen 12-, 8-, oder 6-mal im Jahr statt. Die meisten Gruppen machen eine Winterpause.

Gülstorf 2_Pausengespräche

Pausengespräche

Aktiv sind die Gruppen, indem sie an den Gesundheits- und Ehrenamtsmessen sowie an der „Aktion Mensch“ und an den Selbsthilfetagen teilnehmen. Es wurde z. B. ein großes Gospelkonzert zum Weltpoliotag veranstaltet. Die Themen in den Gruppen sind: Hilfe im Alltag, Demenz, Ernährung, alternative Heilmethoden, Reha-Maßnahmen und nicht zu vergessen: wie geht es jedem Einzelnen. Zu diesem Thema nehmen sich die Gruppen viel Zeit. Dabei wird immer deutlicher, wie wichtig der Blick auf die Psyche unserer Gruppenmitglieder ist. 
 
Die Landesverbände konnten berichten, dass sie an den Aktionen der Rotary-Clubs teilgenommen haben. Der Zug mit dem Logo „“End Polio Now““ wurde von Hamburg bis Berlin begleitet. Fahrten und Tagesseminare finden statt. 
 
Viel zu schnell sind zwei Stunden vergangen. Nach einer Verschnaufpause ging es weiter. Weil die Technik noch nicht so wollte, wurde der Punkt Physiotherapie verschoben und das Thema Berlin vorgezogen.
 

 

 

Heinz Pfingst, Margot Pietsch und Christa Kollak berichten, wie weit der Poliotag am 9. September vorbereitet ist. Nach reger Diskussion beschließen wir, was in der Einladung stehen soll. Das Thema wird „„Chronisch krank -– ein Lebenskampf““ heißen. Weitere organisatorische Fragen wurden besprochen, z.B. wer eine Einladung bekommt und so weiter. 
 
Am Abend – die Technik klappte – konnten wir uns die Bilder anschauen, die Frau Arndt-Schulz bei der Fahrt mit dem Polio-Zug von Hamburg nach Berlin gemacht hat. Dazu konnten einige Teilnehmer viel erzählen. 
 
Am zweiten Tag haben wir Frau Thilker aus Reinfeld begrüßt. Das Thema: „Wege zur Pflege und wer kann uns unterstützen?“.
 
Frau Thilker berichtet zunächst einmal, dass jeder Mensch anders altert. Wir können uns darauf einstellen und Einfluss nehmen. Sie sagt, zufriedene und ausgeglichene Menschen können besser mit dem Älterwerden umgehen. Älterwerden ist ein Lebensabschnitt, genauso wie Kindheit und Jugend. Wir müssen uns klarmachen, dass jede Lebensphase andere Ansprüche hat. Darum sollten wir uns rechtzeitig mit diesem Thema beschäftigen.
Hierzu hat sie für uns eine Mappe voller Informationen vorbereitet. 

Gülstorf 4_Frau Thilker referiert zum thema

Frau Thilker referiert zum Thema

Um nur Einiges aus dem wirklich tollen Vortrag herauszugreifen: wir sollen uns unsere Wohnung anschauen. Was brauche ich wirklich? Kann ich die Wohnung für meine Bedürfnisse umgestalten? Dazu gehört: weg mit den Stolperfallen! Handgriffe, wo sie benötigt werden. Zudem ist es wichtig, das soziale Umfeld genau anzuschauen. Gibt es genug Einkaufsmöglichkeiten, Lieferdienste, Betreuungshilfen und vieles mehr?
 
Wir können uns nicht auf die Kinder stützen, diese haben ihr eigenes Leben. Wir sollen uns genau überlegen: was kann ich noch, wo benötige ich Hilfe? Hier kamen wir dann auf die verschiedenen Wohnformen. Von der Alten-WG bis zum Pflegeheim wird gesprochen.
 
Falls wir eine Pflegestufe beantragen müssen,

ist ein Pflegtagebuch wichtig. Was erhalten wir in den verschiedenen Pflegestufen? Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass die Pflegekasse nur Unterstützung bietet, keine Vollversorgung. 
 
Eine Anregung gibt Frau Thilker uns: das Notfallbuch.
 
Hier können wir alles Wichtige eintragen. Wo haben wir ganz bedeutende Sachen hinterlegt? Die Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht. Wer soll benachrichtigt werden? Auch die Beerdigung sollte geregelt sein. Und nicht vergessen: gegebenenfalls Vollmachten, die die Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbinden. Also alles, was wichtig ist.
 
Dann ist schon wieder Mittagspause. Das Wetter ist schön und viele nutzen die Zeit um einen Blick auf die Elbe zu werfen.
 

Gülstorf 3_zurück von der elbe

Zurück von der Elbe

Nach der Pause sind wir an der Reihe. Wir wollen einen Leitfaden erstellen. Zunächst schreibt jeder auf, was für ihn am Wichtigsten ist. Dann tragen wir es zusammen. Dabei stellen sich einige Schwerpunkte heraus. Wir diskutieren, für wen dieser LEITFADEN sein soll. Er soll als Info für die Sprecher sein, die dann die verschiedenen Schwerpunkthemen mit der Gruppe besprechen. Daraus können dann Flyer zu einzelnen Punkten erarbeitet werden. Eventuell Flyer mit Platz für eigene Notizen. Wir können auch Ordner zu den Themen anlegen. 
 

Wir bedanken uns bei Frau Thilker, es war ein informativer Tag. Die Schwerpunkte sollten im Rahmen von Wiederholungsveranstaltungen in den Gruppen erneut zum Thema gemacht werden.  Da wir sehr konzentriert gearbeitet haben, wird die Kaffeepause etwas verlängert, um Luft zu holen. 

 

Danach hören wir eine CD, die wir von der Regionalgruppe 81 (Herzogtum Lauenburg) für die Sendung, „Selbsthilfe in Bewegung“ im Offenen Kanal aufgenommen haben. Zwei Physiotherapeuten werden zum Thema Polio und Physiotherapie befragt. 
 
Nachdem wir die Sendung gehört haben, tauschen wir uns aus über Therapiemöglichkeiten, Diagnoseschlüssel, Durchsetzung von Therapieansprüchen, Therapiedauer und die Tatsache, dass die Wege für größtenteils 20-minütige Anwendungen oft unverhältnismäßig mühsam sind. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, Reha-Maßnahmen regelmäßig in Anspruch zu nehmen. 
 
Wir treffen uns nach dem Abendessen und schauen uns einige Bilder aus der Regionalgruppe 46 (Lübeck und Umgebung) an, hören einige Witze und sprechen über dies und das. 
 
Heute geht unser Seminar schon wieder zu Ende.  Da noch etwas für den Poliotag zu besprechen ist, wird dies als Erstes erledigt. Das Thema Öffentlichkeitsarbeit steht dann auf dem Programm. 
 

Zunächst erforschen wir, was Öffentlichkeitsarbeit überhaupt ist. Wir diskutieren darüber, wen man anspricht.

Gülstorf 5_Unsere Seminargruppe 2013

Unsere Seminargruppe 2013

Wie soll eine Mitteilung aussehen? Wann ist Redaktionsschluss? Was muss unbedingt darin enthalten sein? 
 
Texte müssen druckreif geschrieben sein. Wenn Bilder hinzufügt werden können, ist es sehr hilfreich. Bei Veranstaltungen mit Externen, z.B. wenn ein Arzt eingeladen wird, sollte immer die Presse mit ins Boot genommen werden. Wichtig ist es auch, dass die Veröffentlichungen immer von derselben Person herausgegeben werden.
 
Jetzt stellt sich die Frage: wollen wir nächstes Jahr wieder ein Seminar? In zwei Jahren einen Poliotag? Und wo? Beides wurde bejaht. Also im nächsten Jahr gibt es ein Wiedersehen. 
 
Das Fazit dieses Seminars ist: das Thema des Seminars war hautnah und der Tag mit Frau Thilker war sehr gut. Auch die Abende, die zum regen Austausch genutzt wurden, sollen weiterhin in ähnlicher Form stattfinden. Die neuen Sprecher haben sich in der Runde wohlgefühlt und nehmen viel mit nach Hause. Alle freuen sich, dass es weitergeht. 
 
Eva-Maria Goldt-Klimkeit

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