Seite druckenzurück
Polio Landesverband Schleswig-Holstein

8. – 11. September 2013: Studienfahrt zum Poliotag nach Berlin mit Abstecher in den Spreewald

Vom 8. bis 11.9.2013 haben wir eine Studienfahrt zum Poliotag nach Berlin mit dem „Mensch Mobil-Bus“ unternommen. Veranstalter dieser Fahrt war der „Polio-Landesverband Schleswig-Holstein Selbsthilfe-e.V.“ Mit von der Partie waren Betroffene und deren Partner aus der Gegend von Lübeck, Kiel und Hamburg.

Am Sonntag, den 8.9.13 ging es um 7.45 Uhr in Norderstedt (hier stiegen die Hamburger ein) mit dem Bus los. Unser Busfahrer „Bodo“ verfrachtete das Gepäck, die Faltrollis und Gehwagen in den Bus. Mit einem Lift wurde den Rollifahrern und stark Gehbehinderten in den Bus geholfen. Danach ging es dann nach Kiel und Lübeck. Hier wurden die Mitreisenden freudig begrüßt und alles eingeladen. Auf der Fahrt gab es viel zu erzählen, da man sich ja länger nicht gesehen hatte.

Mittagspause wurde dann in der Raststätte „Walsleben“ gemacht.

Angekommen in Berlin, hielt der Bus in der Nähe der Gedächtniskirche bzw. am Bahnhof Zoo. Dort hatte jeder Gelegenheit, sich für ca. 2 Stunden in der Gegend umzusehen, bzw. Kaffee zu trinken.

Gegen 19.00 Uhr waren wir dann im Hotel „Mit Mensch“ in Berlin-Karlshorst. Alles barrierefrei und behindertengerecht gestaltet.

 

Der 2. Tag – 9.9.13 – begann mit einem tollen Frühstück. Danach alle in den Bus, denn um 10.00 Uhr begann der Poliotag in Berlin im Gästehaus der Stadtmission am Hauptbahnhof. Unser Busfahrer „Bodo“ musste in Berlin – Schwerstarbeit – hinsichtlich der Fahrerei leisten (Umwege wegen Straßenbau, verstopfte Kreuzungen usw.), so dass wir mit fast 40 Minuten Verspätung im Gästehaus ankamen. Da Prof. Dr. med. Schwantes, FA f. Allgemeinmedizin, ebenfalls im Stau stand, begann die Veranstaltung mit Verspätung.

Heinz Pfingst – Sprecher der RG 21 des BV Polio e. V. Berlin begrüßte alle Gäste.

Danach sprach Jürgen Dusel Grußworte des Behindertenbeauftragten des Landes Brandenburg.

Der Vortrag von Prof. Dr. med. Schwantes „ Die Zumutung chronisch krank zu sein“ fand allgemeines Interesse. Kann man lernen damit umzugehen? Die Frage betrifft alle in gleicher Weise: Patienten, Angehörige und Ärzte.

Der zweite Vortrag „Betroffene beraten Betroffene“ wurde von Psychologin Petra Stephan (selbst betroffen durch eine Muskelerkrankung), Peer Counselorin ISL, Berliner Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen gehalten.

Danach gab es ein deftiges Mittagessen mit Gegrilltem und Salate. Nachdem sich alle gestärkt und etwas entspannt hatten, ging es mit einer Podiumsdiskussion über Hilfsmittel, Heilmittel und Rehabilitation weiter. Mit Vertretern der AOK, Barmer-GEK und der Techniker Krankenkasse . Durch die Diskussion führte Frau Andrea Schatz, Mitglied der RG 21 Berlin, Vorstand Netzwerk behinderter Frauen Berlin e.V.

Fragen wurden z.B. gestellt zu Ablehnungen vom „Grünen Tisch“ aus für Rehamaßnahmen bzw. spezielle Hilfs- und Heilmittel, von Ärzten des Med. Dienstes, die die Patienten nicht kennen und darüber befinden wollen, was für den entsprechenden Patienten gut ist.

Gegen 16. 00 Uhr klang die Veranstaltung mit Kaffee und Kuchen aus. Es wurden noch viele Gespräche untereinander geführt.

Bodo fuhr mit uns zurück nach Karlshorst. Da in unserem Hotel die Gaststätte montags und dienstags leider Ruhetag hatte, kehrten wir in die Wernesgrüner B(ierstube) ein und aßen bei angeregten Gesprächen zu Abend. Der Tag war anstrengend und so sehnten sich die meisten von uns nach Ruhe und dem Bettchen.

 

Am 3. Tag . 10.9.13 – nahmen wir wieder unser gutes Frühstück ein, um danach mit dem Bus nach Lübben zu einer Spreewaldkahnfahrt aufzubrechen. Es regnete unterwegs etwas. Als wir dann in Lübben ankamen und zwei Kähne für uns bereitgestellt wurden, darunter einer für die Rollifahrer, waren doch viele von uns skeptisch, wie man wohl dort rauf käme. Aber Dank der netten Besatzung der Kähne und unseren starken Männern wurden alle rüber gehievt und kamen auch wieder gut an Land. Einige fragten, ob sie denn auch gut sichtbar auf den Fotos zu erkennen sind, damit man zu Hause auch glaubt, dass man auf dem Kahr fuhr. Der Regen hörte auf und so hatten alle Freude bei unserer Schleusenfahrt. Wir erlebten Natur-Pur! Die Staker beantworteten alle Fragen, die gestellt wurden und erzählten von ihrer Arbeit und vom Spreewald. Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt legten wir wieder an und gingen zu Fuß zum behinderten gerechten Ausflugslokal “Strandhaus“. Das Mittagessen schmeckte und gestärkt machten wir uns dann auf den Heimweg. Den Nachmittag nutzten viele für einen kleinen Spaziergang rund ums. Hotel und abends trafen sich fast alle beim nahe gelegenen Italiener „IL Gattopardo“ zur gemütlichen Runde.

 

Am 11.9.13 war dann beim Frühstück schon Aufbruchsstimmung. Die Gepäckstücke standen schon bereit und gestärkt ging es dann zum Bus. Bodo verstaute alles wieder im Bauch des Busses und dann ging die Fahrt in Richtung Regierungsviertel. Dort waren wir für eine Stadtkernfahrt auf der Spree mit einem behindertengerechten Schiff angemeldet. Der Kassierer an dem entsprechenden Bootssteg musste sich erst einmal mit der Verwaltung in Verbindung setzen. Nach über einer Stunde Wartezeit kam dann raus, dass ein Dampfer im Moment vermietet war und die Besatzung des zweiten Dampfers in den Urlaub geschickt wurde. So mussten wir leider unverrichteter Dinge wieder zum Bus laufen. Aber unser Bodo war inzwischen nicht untätig und telefonierte. So ist er dann mit uns in Richtung Rheinsberg gefahren. Wir kehrten in das Hotel und Restaurant „Boltenmühle“ ein und waren dann doch etwas entschädigt. Die Gaststätte und der Park waren behindertengerecht und das Essen schmeckte super.

Danach brachte Bodo uns alle wieder sicher an die entsprechenden Orte zurück und gewiss waren es für alle ein paar schöne erlebnisreiche Tage in netter Gesellschaft.

 Viola Edelberg

130909_Protokoll Poliotag-1

Kommentare sind geschlossen.