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Polio Landesverband Schleswig-Holstein

2. und 3. September 2005: Kleiner Poliotag in Stralsund zum Thema: “Schmerzen und Atemproblemen”


Zu diesem Anlass trafen sich 22 Poliobetroffene zu einem Seminar in Stralsund. Die Idee entstand bei unserem Poliotag in Raisdorf 2004. Werner Hoth schlug vor, sich doch einmal in seiner Heimatstadt zu treffen. Eigentlich wollten wir Lübecker dies schon im Mai 2005 umsetzen, aber es gab keine Zimmer und der Poliotag in Neustadt war im April geplant, dies schien uns zu dicht aufeinander. Also wurde es September.

Werner Hoth und unser Schatzmeister Norbert Dempwolff-Rubel nahmen die Planung in die Hand und so konnten wir am 2.und 3. September in ein sehr schönes Hotel einziehen. Der Tagungsraum befand sich im Hotel. Es war ein sehr gutes Gefühl dort zu sein, weil ALLE Angestellten des Hotels sehr hilfsbereit und freundlich waren.

Wir freuten uns darüber, dass Frau Kollak, RG 45 und komm. LV Vorsitzende für Mecklenburg Vorpommern, mit einigen aus ihrer Gruppe, sowie unser stell. 1. Vorsitzender des Landesverbandes Schleswig-Holstein, Herr Jens Siewert, zu unserem Poliotag kamen.

Der Nachmittag mit Dr. Eberlein, Anästhesist und Leiter der Schmerzklinik am Klinikum Stralsund, berichtete zunächst sehr anschaulich und lebendig über die Polioerkrankung allgemein. Seiner Meinung nach kann man, egal welches Thema bei Polio ansteht, einen Einblick in die akute Erkrankung nicht außen vor lassen. Das Fazit des Vortrages war, es gibt kein Medikament, welches für jeden an PPS erkrankten hilft. Es können helfen: L-Carnetin, verschiedene Methoden der Entspannung,(Feldenkrais, Qi-Gong, Jacobsen u.s.w.) unterschiedliche Medikamente, Bewegung im Wasser, ein Tensgerät. Für einige hilft auch schon eine gute Musik. Was er aber besonders betonte, dass wir auf jeden Fall eine Selbsthilfegruppe in Anspruch nehmen sollten. Der Austausch der dort stattfindet kann in der Familie nicht geleistet werden, weil jeder Betroffne für sich ein kleiner Fachmann ist. Seine Empfehlung war auch, wer Internet hat, soll sich dort informieren und er zeigte uns UNSEREN BUNDESVERBAND als Beispiel.

Ich fragte ihn nach dem Vortrag, ob es sein könnte, dass nach einer OP ( so schildern es viele Betroffene) das PPS besonders zu Tage treten kann. Er meinte, jede Narkose bedeutet eine gezielte Vergiftung des Körpers. Da bei einer OP unser Körper für einige Zeit gezwungen wird zu ruhen, ist es denkbar, dass wir Poliobetroffenen länger benötigen, um uns zu regenerieren und es auch sein kann, dass sich unser alter Zustand nicht wieder einstellt.

Die Stunden die sich Dr. Eberlein von seiner Zeit für uns genommen hatte gingen viel zu schnell vorbei. Wir danken ihm herzlich und sind froh, in Stralsund einen Fachmann kennen gelernt zu haben.

Der Abend verging mit einem sehr guten Essen und vielen Gesprächen. Bis um 22.30 waren dann aber doch alle in den hübsch eingerichteten Zimmern, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Der nächste Tag begann nach einem ausgiebigen Frühstück um 10.00 Uhr. Wir hörten von Dr. Ulrich Botzke, Pneumologe und selber an Polio erkrankt, Wichtiges über die Atmung allgemein und diskutierten anschließend mit ihm über unsere Atemprobleme.

Wir konnten bei diesem Seminar wieder einmal feststellen, wie wichtig der Austausch bei unserer Erkrankung ist. Leider fehlen die Ärzte die sich genügend mit unserer Erkrankung auseinander setzen. Aber wir werden nicht müde, unsere Ärzte aufzuklären und ihnen Mut zu machen, uns beizustehen, auch wenn unsere Krankheit zu den Exoten gehört.

Alle fuhren mit vielen neuen Erkenntnissen und dem Wunsch so ein Seminar zu wiederholen nach Lübeck, Ueckermünde und Greifwald zurück. Ein Danke an Werner Hoth und Norbert Dempwolff für die geleistete Arbeit und unseren beiden Ärzten für die neuen Erkenntnisse.

Eva-Maria Goldt-Klimkeit

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