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Polio Landesverband Schleswig-Holstein

4. April 2008 – Thema unseres Gruppentreffens: Welche Alltagshilfen benutzen wir?

In diesem Jahr haben wir für einige Gruppentreffen ein Thema überlegt.

Im April wollten wir uns über die Alltagshilfen austauschen. Zunächst war ein Vortrag geplant, aber dann haben wir das Treffen ohne Fachkraft durchgeführt.

Die Sanitätsfirma Schütt und Grundei aus Lübeck, hat uns Kataloge und auch die Anschauungsobjekte zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns bei Kai Boysen für seine tatkräftige Unterstützung. Er brachte einige Alltaghilfen von der Firma Schütt und Grundei mit. Die Firma war sehr kooperativ und möchte uns auch in Zukunft gern unterstützen. Ich habe alle Unterlagen sehr gründlich gelesen und konnte dadurch die Hilfsmittel vorstellen.

Begonnen habe ich mit dem Hilfsmittel WC-Schlüssel

Ich erinnere daran wie wichtig es ist einen WC-Schlüssel zu haben. Diese können in Darmstadt bestellt werden. Ich habe mir von dort einen Flyer mit den Infos dafür zuschicken lassen.

Weiter ging es mit dem Thema Putzen

Eine gute Putzfrau konnte ich leider nicht zur Verfügung stellen, aber ein Gerät zum wischen. Hier werden fertige Feuchttücher in eine dafür vorgesehene Halterung getan und dann kann man alle Böden damit reinigen. Besonders praktisch wenn das Wringen Schmerzen verursacht. Dies wurde bei einer regen Diskussion, was jeder so ausprobiert hat, Staubwedel mit Mikrofasern mit einem langen Griff zum Beispiel, bestätigt..

Auch die Freizeitaktivitäten dürfen nicht vergessen werden.

Es gibt Halterungen, in die die Spielkarten gesteckt werden. So können auch diejenigen mitspielen, die ihre Spielkarten nicht halten können, oder es gibt große Spielbretter mit extra großen Figuren, damit wir diese besser halten können.

Schreiben und Schneiden

Leider nur auf dem Papier haben wir Schreibhilfen gesehen. Es gibt ein Lineal das ganz fest aufliegt. Verschiedene Scheren für eine Hand. Schreibhilfen die über den Zeigefinger gesteckt werden.

Eine große Hilfe beim Greifen

Die Firma hat einige Greifhilfen mitgegeben. Verschieden in der Länge und auch für unterschiedliche Gewichte gemacht. Kai Boysen berichtet, wie hilfreich seine Greifhilfe zu Hause ist. Er sagt, das er sich viel weniger bücken muss und sich nicht mehr so ausrenken, wenn er von Oben etwas holen möchte. Bei Problemen in der Feinmotorik sind sie auch gut.

Gehilfen

Hier haben wir einen Gehstock zum zusammenklappen gesehen. Der Fachhandel bietet viele verschiedene Unterarmstützen an. Es gibt Befestigungsmöglichkeiten für die Gehhilfen, damit sie nicht ständig umfallen. Für den Winter gibt es auch Eispiker. Ich habe sie für meine Strandspaziergänge zweckentfremdet.

Badezimmer Hilfen

Kai Boysen hat uns seinen transportablen Duschgriff vorgeführt. Bis zu zwei Zentner kann dieser Griff halten. Super praktisch! Dann zeigte er uns noch den zerlegbaren Duschhocker. ER nimmt beides immer mit, wenn er auf Reisen ist.

Dieter Jahns berichtet, es gibt einen Badewannensitz, der sich mittels eines Kompressors aufbläst. Wenn man in der Wanne ist, wird die Luft wieder abgelassen. So kann der ganze Körper vom Wasser umspült werden. Kostet 3000€.Leider zahlt die Kasse dies nicht. Nicht einmal den Anteil, den sie bei einem herkömmlichen Badewannensitz zahlen würde.

Es gibt noch Verlängerungen für die Wasserhähne. Dies ist praktisch, wenn die Kraft nachlässt. Nagelfeile und Handbürste für Menschen die diese Dinge nicht mehr in die Hand nehmen können, Duschbürsten in den unterschiedlichen Ausführungen.

Wir kommen zum Thema Essen

Ich zeige Frühstücksbretter. Hier kann das Brot nicht vom Brett rutschen. Es gibt auch Bretter mit einer extra Gabel daran. Hier kann das Brötchen, der Braten, Apfel oder Ähnliches befestigt und mit einer Hand zerschnitten werden. Es gibt Teller von denen das Essen nicht herunter geschoben werden kann. Besteck für Menschen denen die Kraft fehlt, oder auch nur eine Hand zur Verfügung steht.

Öffner

Marianne Stegelmann hat uns einen Flaschenöffner mitgebracht. Er ist für die Seltersflaschen. Es gibt sie in vielen Variationen. Auch Öffner für Dosen mit Vorrichtungen die an der Wand zu befestigen sind, sind praktisch. Mein Vater benutzt einen.

Sehr Hilfreich sind Unterlagen

Leider konnten wir diese auch nur auf dem Papier sehen. Aber es gibt sie für alle Lebenslagen und in verschiedenen Größen.

Zu erwähnen ist eine Unterlage die auf den Autositz gelegt wird und die sich dreht, es erleichtert das Ein- und Aussteigen.

Wohnung oder Haus

Von dem Sprecher aus HH, Herrn Dr. Günter Dörnte, haben wir die Info bekommen, dass es jetzt ein kostengünstiges, sehr handliches Notruftelefon gibt, welches die einmalige Anschaffung von 129.00€ kostet. Das Gerät ist unabhängig von einem sonst üblichen Vertrag mit einer Sozialstation und wird per Funk an ein vorhandenes Netztelefon adaptiert, und an einer Schnur um den Hals getragen.

Herr Dörnte hat uns auch den Senioren Ratgeber von Febr. 08 empfohlen. www.seniorenpro.de

Auf Seite 55 bis 61 wird über das Thema Umbau statt Umzug ausführlich Informiert. Es gibt eine Kontakt Adresse. Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V. Koordination rund ums Alter, Mühlenstr.48, 13187 Berlin, Tel: 030-47531719, E-Mail info@wohnungsanpassung.de

Dieter Jahns berichtet, das es jetzt gebrauchte Treppenlifte gibt. Diese werden von den Firmen weiter gewartet. Ein neuer Lift kann ja bis zu 20 000€ kosten.

Tipp für Wäsche

Helmut Rodde-Worm hat uns Socken mitgebracht, natürlich frisch gewaschen.

Diese Polartec Socken 16.90€ erhalten uns warme Füße.

Ich habe dann gleich mal im Internet nachgeschaut und festgestellt, es gibt da noch viele andere wärmende Sachen. Ist nicht nur für Rollifahrer interessant.

www.rolli-campany.de

Knöpfe zumachen

Leider nur auf dem Papier konnten wir die verschiedenen Knopfzumacher anschauen. Kai Boysen bring uns zum nächsten Treffen aber welche zum Ausprobieren mit. Wir haben bei unserem Poliotag in Bad Bramstedt gesehen wie Hilfreich diese kleinen Dinger sind.

Sehhilfen

Es gibt für diejenigen die nicht mehr richtig sehen können die unterschiedlichsten Hilfsmittel. Wir hatten eine große Lupe zur Ansicht, die auf das Buch oder die Zeitung gelegt wird. So muss man nicht ständig etwas hochhalten.

Die Kataloge, Hefte und Infoblätter werden von allen mit großem Interesse angeschaut. Es wird die Gelegenheit genutzt sich die mitgebrachten Alltagshilfsmittel anzusehen.

Es wäre zu empfehlen, dass bei Problemen ein Sanitätshaus aufgesucht, und dort eine gute Beratung in Anspruch genommen wird. Wir erfahren dort welche Hilfsmittelnummer die Artikel haben und wie die Aussichten sind diese verschrieben zu bekommen. Ich bin sicher, wenn der Arzt es richtig begründet, wird die Kasse auch die Kosten übernehmen.

Zum Schluss habe ich alle gebeten: „ Nutzt die Hilfsmittel. Damit erleichtert Ihr Euren Alltag und schont Eure Kräfte.

Unser nächstes Thema ist Wasser.

Eva- Maria Goldt-Klimkeit

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